8. Mai - Befreiungsfest http://8termai.blogsport.de Fri, 07 May 2010 16:32:29 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Demoroute für Samstag http://8termai.blogsport.de/2010/05/06/demoroute-fuer-samstag/ http://8termai.blogsport.de/2010/05/06/demoroute-fuer-samstag/#comments Thu, 06 May 2010 21:47:42 +0000 Administrator Allgemein Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/05/06/demoroute-fuer-samstag/ Photo

]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/05/06/demoroute-fuer-samstag/feed/
Gras für den 8.Mai http://8termai.blogsport.de/2010/05/05/gras-fuer-den-8-mai/ http://8termai.blogsport.de/2010/05/05/gras-fuer-den-8-mai/#comments Wed, 05 May 2010 15:46:56 +0000 Administrator Allgemein Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/05/05/gras-fuer-den-8-mai/ Redebeitrag der GRAS Uni Wien:

Auch die GRAS Uni Wien feiert am 8.5. 2010 die militärische Kapitulation der Wehrmacht gegenüber den Alliierten, die sich heuer 65. Mal jährt. Damit feiern wir das Ende der planmäßigen und industrialisierten Massenvernichtung, das Ende des Dritten Reiches und der Alleinherrschaft der NationalsozialistInnen.

Was wir aber nicht feiern ist das Fortbestehen jener Verhältnisse, die den Nationalsozialismus hervorbrachten. In dem Sinne kann nicht von einer ausreichenden Befreiung geredet werden. Denn keineswegs konnte völkisches und antisemitisches Gedankengut so einfach weggebombt werden – Antisemitismus, völkische Ideologie, Antiziganismus sowie gesellschaftliche Strukturen in denen der autoritäre Charakter wurzelt und sprießt, bestanden und bestehen weiterhin fort.

In diesem Bewusstsein gedenken wir feierlich der militärischen Befreiung durch die Alliierten, mit Unterstützung von WiderstandskämpferInnen, PartisanInnen und DeserteurInnen. Wir gedenken auch all jener, die durch weniger sichtbare Interventionen Widerstand geleistet haben. Beispielsweise AusweisfälscherInnen, die JüdInnen zur Flucht verholfen haben. Menschen, die Verfolgte vor ihrer Deportation gerettet und versteckt haben, oder Lebensmittel und Kleidung weitergaben.

Unerträglich finden wir, wie von offizieller Seite mit der Shoah umgegangen wird. Wenn die Schuld und die TäterInnenschaft ausnahmsweise anerkannt werden, dann meist aber auch nur, um „befreit aufatmen“, endlich einen „Schlussstrich“ ziehen zu können, um beruhigt bestehende Strukturen weiter zu hegen und zu pflegen. Im Schrebergarten Österreich gedeiht unterdessen der Postnazismus munter weiter – was dem nationalen Ansehen schaden könnte, wird entweder adrett zurechtgestutzt, das braune Holz aus deutscher Eiche neu himmelblau gestrichen oder einfach mit schwarzer Blumenerde und roten Nelken zugedeckt.

Kein Wunder also, dass Kellernazis 17 Prozent der abgegebenen Stimmen bei BundespräsidentInnenschaftswahlen erreichen. Kein Wunder, dass ein Angehöriger einer rechtsextremen Burschenschaft dritter Nationalratspräsident ist. Und somit „typisch österreichisch“, dass Antisemitismus zum guten Ton bei Veranstaltungen im Wirtshaus wie auch in der Hofburg gehört. Als StudentInnen wird uns das tagtäglich auf der Uni vor Augen geführt – nicht nur jeden Mittwoch beim Couleurbummel am Dr. Karl Lueger Ring. Sichtbar wird dieser Normalzustand auch durch Lehrende, die aus ihrem rechten Gedankengut keinen Hehl machen.

Der Schoß ist fruchtbar noch. Wir wollen aber vor den falschen Verhältnissen nicht resignieren. Deswegen treten wir mit allen Mitteln gegen all jene Strukturen ein, die ihr Fortbestehen begünstigen. In dem Bewusstsein dass dies kein leichtes Unterfangen ist, müssen und wollen wir aber alle Handlungsspielräume nutzen die es gibt.

Und am Samstag wollen wir feiern. Mit euch.

Die GRAS Uni Wien

wien.gras.at

]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/05/05/gras-fuer-den-8-mai/feed/
Aufruf der autonomen antifa [w] http://8termai.blogsport.de/2010/05/05/aufruf-der-autonomen-antifa-w/ http://8termai.blogsport.de/2010/05/05/aufruf-der-autonomen-antifa-w/#comments Tue, 04 May 2010 22:51:19 +0000 Administrator Allgemein Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/05/05/aufruf-der-autonomen-antifa-w/ Wir veröffentlichen nun im Laufe der nächsten Tage die Redebeiträge unterstützender Gruppierungen:

Wir wollen nicht nur die Niederlage des Nationalsozialismus am 8. Mai 1945 feiern, sondern auch dem burschenschaftlichen „Heldengedenken“ entgegentreten sowie die bestehenden NS-Kontinuitäten angreifen. Deswegen rufen wir zur antifaschistischen Demonstration um 19:00 Uhr beim Schwarzenbegrplatz auf.

Burschiaufmarsch wegbassen! Wer nicht feiert hat verloren!

Wie jedes Jahr findet auch heuer das sogenannte „Totengedenken“ von deutschnationalen Burschenschaftern, FPÖler_innen und weiteren Neonazis in Wien statt. Organisiert und ausgerichtet wird die gruslige Veranstaltung vom Wiener Korporationsring (WKR). Zu den weiteren Aktivitäten des WKR, in dem mehr als zwanzig lokale Studentenverbindungen organisiert sind, die sich politisch in einem Spektrum zwischen „national-freiheitlich“, völkisch-deutschnational und offen neonazistisch bewegen, zählen weiters die Organisierung des WKR-Balls, der „Sonnwendfeier“ am Wiener Cobenzl sowie die Gedenkveranstaltung für den Nazi-Helden Walter Nowotny am Wiener Zentralfriedhof. Bei diesen „Events“ wird immer wieder die enge Verquickung deutschnationaler Männerbünde mit dem organisierten militanten Neonazismus deutlich. 2002 rief die neonazistische „Kameradschaft Germania“ zur Teilnahme am „Totengedenken“ auf, dies unter Angabe der Mailadresse und Homepage des WKR als Anlaufstelle und Informationsquelle für die „Kameraden“. Auch auf diversen deutschen Neonazi-Seiten wurde zu der Veranstaltung aufgerufen. 2004, die Festrede hielt H.C. Strache, fand sich unter den Zuhörer_innen u.a. Ex-VAPO-Führer Gottfried Küssel.

Österreich du „Opfer“!

Auch wenn das Totengedenken fernab jeder Öffentlichkeit stattfindet, sind die dort vertretenen Anschauungen keineswegs gesellschaftlich marginal und abseits der bürgerlichen Gesellschaft zu verorten. Die Identifikation mit dem nationalen Kollektiv stellte sich nach 1945, in Anbetracht der deutschen Verbrechen, der Shoah und der deutschen Schuld, als problematisch dar. Da aber die Identifikation mit der eigenen Nation, auf der einen Seite eine ungebrochene nationale Geschichtsinszenierung und auf der anderen einen positiven Bezugsrahmen benötigt, entwickelte sich in der postnazistischen österreichischen Gesellschaft ein „sekundärer Antisemitismus“ , der sich durch Schuld- und Erinnerungsabwehr, Relativierung, Verharmlosung oder Leugnung deutscher Verbrechen und Täter_innen/Opfer Umkehr auszeichnet. Die Inszenierung nationaler Opfergemeinschaft im kollektiven Gedenken ist zugleich Ausdruck und Ausgleich der alltäglichen Konkurrenz bürgerlicher Individuen in der verschärften Staatenkonkurrenz. Ausdruck, weil es das nationale Kollektiv als die ›Schicksalsgemeinschaft‹ vor Augen stellt, die es in der nationalökonomischen Standortkonkurrenz auch tatsächlich ist. Und Ausgleich, weil es die Alltagserfahrung kapitalistischer Konkurrenz in rituellen Akten parteiübergreifender Einheit und Solidarität aufwiegt. Es würde also zu kurz greifen, nur die „bösen“ Nazis anzugreifen. Die nationale Inszenierung der Geschichte sowie die Zwangsvergemeinschaftung der Individuen unter das Kollektiv müssen in den Fokus der Kritik gerückt werden. Daher verspüren wir weder das Bedürfniss an einem besseren Österreich mitzubauen, noch jeglichen Beitrag zu dieser Veranstaltung zu leisten. Denn die Nazis fallen nicht vom Himmel, sondern knüpfen an Ressentiments an, die tief in der nationalen und kapitalistischen Vergesellschaftung verankert sind und radikalisieren diese.

Antifaschistische Aktion!

Heuer startet der „Tag der totalen Niederlage“ (8. Mai, Tag der Befreiung) abends in der Wiener Innenstadt, gefolgt von einem Fackelmarsch, wo unverhohlen der Volksgemeinschaft hinterher getrauert wird. Wir wollen und werden diese offene Relativierung und Verherrlichung des Nationalsozialismus nicht ohne Protest über die Bühne gehen lassen. Lautstarke Unterstützung bekommen wir hierfür von Egotronic, mit denen wir Deutschland weg-raven wollen und den Freund_innen des völkischen Kollektivs klar machen werden, wer den Krieg verloren hat, denn:

Wer nicht feiert hat verloren! Deutsche Täter_innen sind keine Opfer! Naziaufmarsch wegbassen!

autonome antifa [w] // antifaw.blogsport.de // afa_wien@riseup.net

Photo

]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/05/05/aufruf-der-autonomen-antifa-w/feed/
Afterparty in der Akademie der Bildenden Künste http://8termai.blogsport.de/2010/05/04/afterparty-in-der-akademie-der-bildenden-kuenste/ http://8termai.blogsport.de/2010/05/04/afterparty-in-der-akademie-der-bildenden-kuenste/#comments Tue, 04 May 2010 17:19:15 +0000 Administrator Allgemein Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/05/04/afterparty-in-der-akademie-der-bildenden-kuenste/ Gegen ca. 22:00 Uhr wird die Afterparty in der Akademie der Bildenden Künste starten. Mit objet a (discolab) & akachemika (allylab), LibidoAzad, Kim Glatin und Torsun (Egotronic) dort auflegen.

Die Akademie der Bildenden Künste findet ihr am Schillerplatz 3 im 1. Bezirk und ist u.a. mit der U2, Station Musemsquartier oder mit diversen Straßenbahnen zu erreichen.

Weitere Infos werden folgen.

]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/05/04/afterparty-in-der-akademie-der-bildenden-kuenste/feed/
Infoveranstaltung zum 8. Mai http://8termai.blogsport.de/2010/04/20/infoveranstaltung-zum-8-mai/ http://8termai.blogsport.de/2010/04/20/infoveranstaltung-zum-8-mai/#comments Tue, 20 Apr 2010 20:33:06 +0000 Administrator Allgemein Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/04/20/infoveranstaltung-zum-8-mai/ Am 26.04. wird es um 19 Uhr im Depot (Breite Gasse 3, 1070 Wien) eine Infoveranstaltung zum 8. Mai geben.

Weitere Infos dazu findet ihr auf der Seite der autonomen antifa [w].

]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/04/20/infoveranstaltung-zum-8-mai/feed/
Web Banner zum Download http://8termai.blogsport.de/2010/04/17/web-banner-zum-download/ http://8termai.blogsport.de/2010/04/17/web-banner-zum-download/#comments Fri, 16 Apr 2010 23:36:05 +0000 Administrator Allgemein Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/04/17/web-banner-zum-download/ Web Banner 468 x 60 px

]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/04/17/web-banner-zum-download/feed/
Egotronic live! http://8termai.blogsport.de/2010/04/15/egotronic-live/ http://8termai.blogsport.de/2010/04/15/egotronic-live/#comments Wed, 14 Apr 2010 22:35:39 +0000 Administrator Allgemein Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/04/15/egotronic-live/ Egotronic

Lautstarke Unterstützung bekommen wir von Egotronic, die zu diesem Anlass auf der Kundgebung und während der Demo live gegen Deutschand raven werden.

]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/04/15/egotronic-live/feed/
Infos http://8termai.blogsport.de/2010/04/14/infos-2/ http://8termai.blogsport.de/2010/04/14/infos-2/#comments Wed, 14 Apr 2010 13:50:17 +0000 Administrator Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/04/14/infos-2/ Auf diesem Blog findet ihr alle Veranstaltungen rund um die geplanten Aktivitäten am 8ten Mai in Wien. Da noch einige Informationen fehlen, wird sich hier noch einiges in den nächsten Tagen tun … Es wird hier neben Infos zur Rahmengestaltung auch unterschiedliche Sachen für die Demo, die After-Party, Unterstützer_innen-Liste etc. geben. Bei anfälligen Fragen schreibt uns einfach auf achtermai@riseup.net.

]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/04/14/infos-2/feed/
8. Mai: Ein Fest der Befreiung http://8termai.blogsport.de/2010/04/13/8-mai-ein-fest-der-befreiung-2/ http://8termai.blogsport.de/2010/04/13/8-mai-ein-fest-der-befreiung-2/#comments Tue, 13 Apr 2010 00:13:08 +0000 Administrator Allgemein Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/04/13/8-mai-ein-fest-der-befreiung-2/ „Wer nicht feiert, hat verloren!“

„Sie wollten den totalen Krieg haben. Wir haben ihnen gegeben worum sie gebettelt haben.“ – Sir Arthur Harris

Am 8. Mai 2010 jährt sich zum 65. Mal die Zerschlagung der nationalsozialistischen Herrschaft. An diesem Tag feiern wir die Niederlage des deutschen Reiches, das Ende von Mord und Unterdrückung, die Befreiung der Gefangenen aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern – und trauern um die Ermordeten der Shoah. Ebenso trauern wir um die ermordeten Homosexuellen, Roma und Sinti, Euthanasie-Opfer, „Asozialen“ und politischen Gegner_innen des Nationalsozialismus. Am 8. Mai feiern wir diejenigen und danken denjenigen, die diesem Treiben ein Ende setzten. Gleichzeitig bleibt aber das Entsetzen, dass die Niederlage der Nazis um so vieles zu spät erfolgte und dass essenzielle „Errungenschaften“ des NS bis heute weiterbestehen.

Die Alliierten, welche in Österreich und Deutschland 1945 die Einführung einigermaßen zivilisierter Zustände erzwangen, werden immer noch als Besatzer_innen und nicht als Befreier_innen gesehen. Die personelle Kontinuität nach 1945, das Buhlen der Parteien um die Stimmen der „Ehemaligen“ ist bloß ein Symptom für die ideologische Kontinuität. Resultate des NS, wie die Stiftung einer Volksgemeinschaft, ihre innige Beziehung zum Staat, sowie dürftige Bemühungen, offenen Antisemitismus durch andere Formen wie den Antizionismus zu verdecken, bestimmen den Charakter der Nachfolgestaaten. Das Schweigen über die eigene Beteiligung an der Shoah wirkt einigend und entlastend; die Behauptung, erstes Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein, wurde zur Gründungslüge Österreichs, die vor allem gegen die Überlebenden der Verfolgung oft in Stellung gebracht wurde und noch immer wird.

Während die österreichische Öffentlichkeit gar nichts bis wenig zum 65. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zu sagen hat – positive Ausnahme davon bildet die antifaschistische Befreiungsfeier in Klagenfurt – sind die Einzigen, die am 8. Mai öffentliche Gedenkveranstaltungen abhalten, Rechtsextreme, Burschenschaften und Neonazis, die der untergegangenen Volksgemeinschaft hinterher trauern. So kündigt die neonazistische NVP rund um Robert Faller einen sogenannten „Trauermarsch“ in Oberösterreich an, ein neonazistisches Spektakel, das der rechtsextremen Szene in Oberösterreich eine weitere Möglichkeit zur öffentlichen Verherrlichung des Nationalsozialismus bietet. Doch auch in der „Weltstadt“ Wien findet das jährliche Totengedenken, organisiert vom Wiener Korporationsring (WKR), statt. Die deutsch-völkischen bis rechtsextremen Männerbünde begehen den 8. Mai als „Tag der totalen Niederlage“, als Redner treten immer wieder hochrangige FPÖ-Politiker in Erscheinung, wie H.C. Strache (2004) oder der Europaparlamentarier Andreas Mölzer (2006). Dabei zeigt sich die Funktion rechtsextremer Burschenschaften als Bindeglied zwischen der parlamentarischen FPÖ und der militanten Neonazi-Szene. So finden sich unter den Zuhörer_innen bekannte Neonazigrößen wie etwa der Ex-VAPO-Führer Gottfried Küssel. Er gilt als einer der engsten Vertrauten des vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands als rechtsextrem eingestuften Horst Jakob Rosenkranz, Ehemann der FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz, die sich der öffentlichen Unterstützung durch die NVP gewiss sein kann, liege sie ja „voll auf NVP-Linie“. Am 8. Mai zeigt sich, was in Österreich Normalität heißt: Der Ausdruck eines vollständigen Fehlens einer von den Alliierten betriebenen Reeducation, eines der wesentlichsten Unterschiede zur BRD.

Das wesentliche Merkmal des NS war der rassische Vernichtungsantisemitismus in Verbindung mit völkischem Gedankengut. Vom Großbürger_innentum bis zur Arbeiter_innenklasse – alle waren mit dabei: Zuschauen, wegschauen, mitmachen, wegmachen. Im Antisemitismus kam die Volksgemeinschaft zu sich selbst. Nach 1945 wurde das „Wegmachen“ zwar von den Alliierten gestoppt, die ideologische Basis des Antisemitismus blieb aber erhalten. Das zeigt sich auch heute noch etwa im vergangenen FPÖ-Wahlkampf in Vorarlberg an Wirtshaustischen und in Internetforen. Gerade weil offener Antisemitismus aber in zivilisierteren Regionen Österreichs mittlerweile nicht mehr zum guten Ton zählt, kam es zur Herausbildung neuer Erscheinungsformen, z.B. des „sekundären Antisemitismus“, der vor allem der Abwehr der „eigenen“ Schuld dient: Jüdinnen und Juden werden nun dafür kritisiert, immerzu von der Shoah zu sprechen und ständig Entschädigungen zu verlangen, anstatt einmal einen „Schlussstrich“ zu ziehen und „die Vergangenheit ruhen zu lassen“. Besonders offensichtliches Beispiel ist der antisemitische Reflex des Kunstsammlers Rudolf Leopold, dessen „Sammlung Leopold“ sich weigerte, arisierte Kunstwerke an ihre jüdischen Besitzer_innen zurückzugeben, denn: „Diesen Leuten [d.h. den Juden, Anm.] geht es nur ums Geld.“

Der „sekundäre“ Antisemitismus wird auf internationaler Ebene durch den Antizionismus ergänzt. Jenem Staat, der nicht zuletzt als Konsequenz aus der Shoah gegründet wurde, um Jüdinnen und Juden relative Sicherheit vor dem weltweiten Antisemitismus zu bieten, schlägt als dem „Juden unter den Staaten“ weltweiter Hass entgegen. Dabei bedient sich der Antizionismus ganz ähnlicher Stereotypen wie der Antisemitismus. Werden die Juden und Jüdinnen als abstrakt, entwurzelt, hinterlistig und künstlich imaginiert, so betrachtet der Antizionismus Israel als einen „künstlichen“, nicht „organisch gewachsenen“ – sprich unnatürlichen – Staat (gerade so, als ob es überhaupt irgendwelche natürlichen Staaten gäbe), der sich nur aufgrund besonderer Skrupellosigkeit, Unterdrückung und seiner diversen Lobbys halten könne. Der arabische, palästinensische und islamische Antisemitismus wird als „natürliche Reaktion“ gegen die israelischen Niederträchtigkeiten betrachtet, ohne dessen pathologische Züge auch nur ansatzweise erkennen zu wollen. Der kleine palästinensische Bub, der alleine mit Steinen gegen die herannahenden IDF-Panzer kämpft, bietet die ideale Projektionsfläche für linke wie rechte Revolutionsromantik. Auch für postkoloniale „Feminist_innen“ ist was dabei: Die Gleichberechtigung der Hamas kennt keine Grenzen – auch Frauen dürfen sich in die Luft sprengen. At least the subaltern can bomb.

Im internationalen Politikbetrieb herrscht strikte Arbeitsteilung: Während das Terrorfundraising von supranationalen Organisationen wie der EU übernommen wird, liefern die Sharia-Rackets des UNO-“Menschenrechts“rates1 die legistischen Grundlagen und „unabhängige“ NGOs wie Amnesty International oder Human Rights Watch das passende Datenmaterial mit Statistiken, Fotos und Coverstories für Funk und Fernsehen – um Israel das vorzuwerfen, was jeder andere Staat, der einer ähnlichen Situation der permanenten Bedrohung ausgesetzt wäre, genauso machen würde. Dass Israel als besonders hinterhältig und bösartig dargestellt und angesehen wird, ist dabei völlig unabhängig vom empirisch beobachtbaren Verhalten Israels. Wer es darauf anlegt, wird immer etwas finden, mittels dessen die Beweisführung gelingt, dass Israel der eigentlich Schuldige am ganzen Nahost-Desaster sei und dass man mit Hamas und anderen Terrororganisationen verhandeln müsse – immerhin seien sie ja „demokratisch“ legitimiert.2

Die eigentlich existentielle Bedrohung für Israel geht derzeit aber von der islamischen Republik Iran aus, deren Atomwaffenprogramm sich immer mehr seinem Ziel nähert. Das führt aber nicht zu entschlossenen Schritten gegen die von den Mullahs geplante Vernichtung. Angesichts dieser globalen antisemitischen Bedrohung stellt unbedingte Solidarität mit Israel als dem Staat der Shoah-Überlebenden und als potentielle Schutzmacht von Jüdinnen und Juden weltweit die notwendige Konsequenz dar, damit der Imperativ „Nie wieder Auschwitz“ nicht zu einer hohlen Phrase verkommt. Es ist bezeichnend, dass dies gerade in Österreich immer wieder gefordert werden muss und bei weitem keine Selbstverständlichkeit ist.

Der 8. Mai soll als jener Tag erinnert werden, an dem das groß angelegte nationalsozialistische Projekt zur Vernichtung von Menschen um der Vernichtung Willen erfolgreich zurückgedrängt worden ist. Wir erinnern daher an den Einsatz der US-amerikanischen und britischen Streitkräfte, der französischen Resistance, der Partisan_innenverbände, der Deserteur_innen und der Widerstandskämpfer_innen, die gegen das nationalsozialistische Regime kämpften. Wir erinnern im Besonderen an den Einsatz der Roten Armee, die mit ihrem Beitrag zur Befreiung die größten Opfer hinnehmen musste. Aus diesem Grund treffen wir uns beim Denkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz, um die militärische Niederlage des Nationalsozialismus zu feiern und gleichzeitig daran zu erinnern, dass die Möglichkeit der Barbarei ebenso fortbesteht wie die Verhältnisse, die sie schon einmal hervorbrachten.

Dennoch: Einmal war der Weltgeist auf unserer Seite und hat den Müllers und Maiers in Stalingrad und in der Normandie die Herrenmenschenphantasien mit Gewalt vorläufig ausgetrieben und die Welt vor noch Schlimmeren bewahrt.

In diesem Sinne: Wer nicht feiert, hat verloren! NS-Kontinuitäten brechen!

  1. Er heißt tatsächlich so, obwohl er genau das Gegenteil von dem betreibt, was sein Name suggeriert, was aber kein Wunder ist, wo doch die Mehrzahl seiner Mitgliedsstaaten seinen Bürger_innen noch nicht einmal die basalen Grundrechte gewährt. [zurück]
  2. Würde eine derartige – rein auf die formale Legitimität ausgerichtete – Argumentation auch z.B. auf die FPÖ angewendet werden, die ja genauso „demokratisch“ legitimiert ist, würden Linke – ganz zurecht – laut aufheulen. Bei der Hamas ist so eine Argumentation hingegen plötzlich völlig in Ordnung. [zurück]
]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/04/13/8-mai-ein-fest-der-befreiung-2/feed/
Flyer http://8termai.blogsport.de/2010/04/13/flyer/ http://8termai.blogsport.de/2010/04/13/flyer/#comments Tue, 13 Apr 2010 00:10:43 +0000 Administrator Allgemein Aktuell http://8termai.blogsport.de/2010/04/13/flyer/ Flyer Befreiungsfest 8. Mai 1

Flyer Befreiungsfest 8. Mai 2

]]>
http://8termai.blogsport.de/2010/04/13/flyer/feed/